Vor dem Sinfoniekonzert

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Ludwig Oechslin und seine Mutter lieben klassische Musik. Während ich an diese Zeilen schreibe und Beas Fotos in den Ochsenblog lade, dirigiert Mariss Jansons im KKL Luzern Haydn und Schostakowitsch. Die beiden Oechslins sitzen dann ganz hinten auf der obersten Empore und lauschen. Mutter Oechslin mit ihrer neuen ochs und junior settimana junior am Handgelenk.

Dies war dann auch gleich die Gelegenheit, das anstehende Uhrengespräch heute Nachmittag in der Stube von Frau Oechslin hier in Luzern abzuhalten. Und was nur war in Ludwigs Westentasche, der perfekten Lucerne Festival-Garderobe? Natürlich wie immer Prototypen! Ebenso wie an unseren Handgelenken – da nämlich testen wir eines von Oechslins neuen Uhrenprojekten. Wir haben schon mal im Ochsenblog darüber berichtet: la due ore.

Ludwig versteht sich auf das Übersetzen der komplexesten Funktionen in einfache Bauweisen. Dies hat er mit der anno cinquanta bewiesen und wir werden ja noch sehen… 😉

Vorerst nun misst sich Vico an der nutzbringenden Funktion, welche wohl am direktesten umzusetzen ist, nämlich der Zweizeitzonenanzeige – vorausgesetzt natürlich die Idee ist da.

Und da staune ich nun wirklich immer!


Wenn Ludwig seinen Freund Moritz Elsässer in Boston anrufen möchte, könnte er rechnen. Aber das tut er bei seinen Konstruktionen schon und somit schaut er lieber auf die Uhr…

Seine Ideen haben immer einen direkten, praktischen Nutzen – so wie und was er eben gerade gebrauchen kann…

… in seinem Leben als Uhrendenker, Konstrukteur, Musikliebhaber…

… so wie es ihm gefällt, roh und patiniert…

… mal mit patiniertem Messingzifferblatt…

… oder dann so wie wir la due ore machen werden: mit dem orangefarbenen Punkt bei 12 Uhr. Die Leuchtzeiger werden in der Dunkelheit von der runden Referenzmarkierung unterstützt, die erste Zeit ist so auch nachts perfekt lesbar. Die zweite Zeit ist mit der Scheibe unterhalb es Zifferblattes auf den Zeitunterschied zur Lokalzeit einzustellen. Dies mittels der Datumsschnellverstellung des ETA-Basiswerkes. Dann auf einen Blick über die Zeiger der Lokalzeit abzulesen. Genial einfach!

Das Gehäuse wird es in Silber und Edelstahl geben. Das Zifferblatt machen wir zweiteilig in hitzepatiniertem Weissgold. Weil es für die ganze Funktion kein zusätzliches Teil ausser der Scheibe mit den Zahlen von 1 bis 12 unter dem Zifferblatt braucht, nehmen wir konsequenterweise das Werk, welches Ludwig für seine Prototypen nutzt. Das schlichte und robuste, unfinissierte ETA 2824!

Ludwigs Ideen, seine Entwicklungen, die Romantik von Silber und Weissgold und dies in ganz kleinen Stückzahlen. Wir werden ein paar Stücke pro Jahr davon bauen können. Peter Cantieni fertigt die Gehäuse, vielleicht auch die Zifferblätter  –  oder sonst fräst Ludwig auch diese. Paul Gerber wird die Uhr mit seinem Team montieren. 39mm im Durchmesser und flach. Die elegante Zweizeitzonenuhr – konsequent Oechslin! Gerade hat im Konzert die zweite Hälfte nach der Pause begonnen. Frau Oechslin wird vielleicht auf die settimana junior schauen, einfach so aus Freude.