Interview mit Thomas Oschwald

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Thomas ist der ochs und junior selene-Tester in Frankreich. Ein normaler Test? Nicht ganz!
Er hat seinen Alltag reduziert und paddelt mit seinem SUP-Board nun schon seit über zwei Wochen von Genf in Richtung Atlantik. Unterdessen befindet sich Thomas etwa 180km vor Bordeaux – und von da ist es nicht mehr weit bis zum Atlantik!!

Der Schweizer Fernsehsender SF2 hat es vor seiner Abreise getan, nun haben wir haben ihn per E-Mail interviewt:

(pictures: Thomas Oschwald)

Thomas, Du paddelst nun, auf Deinem zweiten Versuch den Atlantik zu erreichen, seit 2 Wochen und kommst gut voran. Wie empfindest Du Zeit?

Die Zeit, wie ich sie von meinem Alltag zu Hause kenne, verliert immer mehr an Bedeutung.Weder Termine noch Verpflichtungen leiten mein tägliches Handeln. Ich kann wieder über meine Lebenszeit selber bestimmen und handeln. So esse ich, wenn ich Hunger habe, lege mich hin, wenn ich müde bin, und wenn ich keine Lust zum Paddeln habe, so verbringe ich eben meine Zeit mit anderen Tätigkeiten. Vollkommen frei über meine Zeit zu bestimmen, ist ein Luxus, den ich auf meiner Reise wieder erlernen darf.

Was denkst Du während den stundenlangen Paddelsessions? Wie hart und anstrengend ist das, was Du da machst?

Durchschnittlich paddle ich ca. 12 Stunden pro Tag. Eine lange Zeit, in der man sich Gedanken machen könnte. Doch eigentlich denke ich während dem Paddeln kaum über viele Sachen nach. Ich bin viel eher frei von Gedanken und gebe mich ganz meinem Handeln hin. Dabei horche ich wachsam auf meinen Körper, denn nur so kann ich mit eisernem Willen meine Tagesziele erreichen und körperliche Grenzen erkennen, welche ich mit meiner Motivation nicht überschreiten sollte. Die täglichen Strapazen sind dabei vor allem bei widrigen Wetterbedingungen extrem und gehen an die Substanz. Vor allem Gegen- und Seitenwinde können einem ganz schnell die Freude an der Sache verderben. Aber so ist es nun einmal im Alltag und schlussendlich kann der Wind ja nicht immer aus der falschen Richtung blasen.

 

Hast Du Dir Deine Reise so vorgestellt oder wirst Du mit Überraschungen konfrontiert?

Überrascht hat mich sicher, dass es extrem schwierig war, sich auf der Rhône-Etappe mit Lebensmittel zu versorgen. Zwar hatte es viele Dörfer mit Einheimischen am Flussufer, doch die Einkaufszentren lagen meist weit ausserhalb und waren unerreichbar für mich. Die Verpflegung auf dem Canal du Midi ist dafür umso einfacher und an fast jeder Schleuse gibt es die Möglichkeit, einen Happen zu essen.

Kommst Du mit Menschen in Kontakt? Wie reagieren sie auf Dein Abenteuer?

Auf dem Canal du Midi grüssen mich viele Leute von ihren Hausbooten und winken mir zu. Meist bleibt es aber bei einer flüchtigen Begrüssung. Die Leute, mit denen ich ins Gespräch komme, sind alle fasziniert von meiner Idee, und ich glaube in ihren Augen immer etwas Sehnsucht zu sehen, selber so ein Abenteuer zu starten. Frei zu sein, auch wenn nur für ein paar Tage.

Wie kommst Du mit dem Essen klar?

Nach der Odyssee auf der Rhône ist die Verpflegung auf dem Canal du Midi eine wahre Freude. Durch die vielen Hausboote und den dadurch entstandenen Tourismus hat es unzählige Restaurants und viele Einkaufsmöglichkeit in unmittelbarer Nähe zum Fluss.

Du trägst Deine selene Tinta jeden Tag und machst Extremsport damit. Du bist definitiv der aktivste Träger einer ochs und junior! Was erzählt Dir die Uhr während Deinen langen Paddeltagen?

Nun gut, Geschichten im eigentlichen Sinne erzählt mir die Uhr zum Glück noch nicht. Sonst hätte ich wohl definitiv zu lange unter der prallen Sonne gepaddelt. 😉 Doch egal, ob mit oder ohne Sonnenstich, meine selena tinta alias „Bonne voyage“ ist ein wichtiger Bestandteil meiner Geschichte. Ein kleines, technisches Wunderwerk, das einzigartig in ihrer Umsetzung, seinen eigenen Weg in der Uhrmacherwelt geht. Aus einer anfangs verrückten Idee geboren und zur Vollendung entwickelt. Das ist für mich der Inbegriff des Lebens. Habe Ideen und Träume – mögen sie noch so verrückt sein. Halte an ihnen fest und wachse mit ihnen, indem du sie in der Realität umsetzt. Gehe nicht immer nur Pfade, welche bereits alle anderen gegangen sind. Suche auch einmal deinen eigenen Weg in die Welt hinaus und tief in dich hinein. Sei einzigartig und bleibe trotzdem ein Bestandteil der Masse. Wenn meine selena tinta alias „Bonne voyage“ sprechen könnte, ich denke, das würde sie mir mit auf meinen Weg geben.

Und wenn ich dann einmal am Morgen zu früh erwache, so reicht ein Blick auf meine „Bonne voyage“ und sie zeigt mir sanft, dass ich noch ein paar Stunden schlafen kann. Kein flimmernder Handy-Display, sondern zwei simple Zeiger, die mir in diesem Augenblick Entspannung und Wohlgefallen schenken.

Wie ist der Tragkomfort unter diesen Extrembelastungen?

Sehr gut, ich spüre die Uhr eigentlich nie. Der Kautschuk-Bändel trägt sich auch bei Hitze angenehm und ist vor allem extrem stabil. Schon Dutzende Male bin ich an meinem Rucksack oder sonst wo hängen geblieben, aber die selena tinta steckt das mit einem Zeigerzwinkern weg. Weder Hitze über 30 Grad, Regen oder die Kanalbrühe auf dem Canal du Midi kann ihr etwas anhaben. Eine Uhr für die Ewigkeit.

Haben Leute schon reagiert auf die ungewöhnliche und nicht gebrandete Uhr?

Ich flitze so schnell an den Hausbooten vorbei, da sehen die Leute nur noch einen Orangen Streifen! 😉 Ich komme zwar immer wieder mit Leuten in Kontakt, doch während des Tages sind das meist nur flüchtige Begegnungen. Ich glaube, mein Französisch wäre dann auch ganz schnell am Ende, wenn ich die einzigartige Funktion der Mondphase erklären müsste…

Bonne voyage!!(sic)