Kommunikation

| Cail Pearce

Heute haben wir die Seite „Gedanken“ unseres Webauftritts mit einem neuen Design aktualisiert.

Ich möchte hier kurz die Überlegungen erklären, die dem Update zugrunde liegen, und aufzeigen, wie die Seite „Gedanken“ in unsere Kommunikationsstrategie passt. Dazu müssen wir aber erst einen Schritt zurücktreten und uns einen Überblick verschaffen.

Die Kommunikation bei ochs und junior

Ludwig Oechslins Uhren stellen wir vor allem über die ochs und junior Webseite vor. Über Newsletter, Medienmitteilungen, Facebook-Beiträge und Einladungen für Vorträge in und um Luzern kommunizieren wir Neuigkeiten und Informationen zu den Uhren. Ausserdem findet man den Markennamen in einer kleinen, gerade mal 50mm grossen Schrift an der Adresse unserer Arbeitsräume an der Zürichstrasse 49 in Luzern. Bezahlte Werbung oder Marketingaktivitäten machen wir nicht.

Was aber verbindet die verschiedenen Kommunikationsmethoden, die wir verwenden?

Sie sind alle „passiv“: das heisst, sie warten darauf, dass ein Kunde (oder ein interessiertes Mitglied der Presse) von sich aus mit ochs und junior Kontakt aufnimmt.

ochs und junior versucht nicht, Kunden zu fangen, es wird von seinen Kunden gefunden.

Warum haben wir uns für eine solch „zurückhaltende“ Art der Kommunikation entschieden, die sich um 180 Grad von den Methoden anderer Schweizer Unternehmen (klein wie gross) unterscheidet?

Alles beginnt beim Produkt.

Die Uhren von Ludwig Oechslin verkörpern, was wir uns unter Uhrmacherei vorstellen. Sie sind radikal, aber auf eine Art, die nicht angeberisch ist oder Aufmerksamkeit sucht. Intelligente Vereinfachung statt auffallende Komplikationen. Materialgerechtigkeit statt unnötige Oberflächenbehandlungen. Kein Logo, weder auf dem Zifferblatt noch auf dem Gehäuse  –  und natürlich auch keine Funktionsangaben (die einzige Ausnahme ist der vorgeschriebene Feingehaltsstempel bei Edelmetallen).

Die meisten Menschen haben eine andere Vorstellung von Uhrmacherei  –  und es würde wenig Sinn machen, unsere kompromisslose Sicht einem breiten Publikum über die in der Uhrenindustrie üblichen Kommunikationskanäle aufzuzwingen. Zum Beispiel über bezahlte Werbung, Event Sponsoring, Celebrity Endorsments oder fingierte Instagramm Accounts.

Wir ziehen einen ungewöhnlicheren Weg vor.

Aber hat das nicht eine zu kleine Wachstumsrate für das Unternehmen zur Folge? Würde es nicht Sinn machen, wenigstens ein bisschen gezieltes aktives Marketing zu betreiben, um mehr Leute mit unserem Nischenprodukt bekannt zu machen?

Jetzt kommen wir zum Wesentlichen!

Das Hauptziel der meisten Schweizer Uhrenfirmen ist ein Wachstum, das die Investoren zufrieden stellt. Bei kleinen Uhrenfirmen sind dies meist private Investoren, Leute, die genauso gut einen Rebberg kaufen oder ein Restaurant mit ihrem Namen hätten eröffnen können, sich aber für ihre „eigene“ Uhrenfirma entschieden haben. Grössere Marken finanzieren sich oft über den öffentlichen Markt. Die überwiegende Mehrheit der Luxusuhrenmarken gehört grossen, auf Luxusprodukte spezialisierten Firmenverbänden, welche weltweit an den Börsen gehandelt werden.

Wie gross auch die Investoren und die Uhrenfirma nun sind, die Vorgabe ist immer dieselbe: Wachstum.

Warum ochs und junior anders sein kann

Die kontrollierende Mehrheit bei ochs und junior gehört den beiden Firmengründern Ludwig Oechslin und Beat Weinmann.

Ludwig, Beat und ich haben keine Lust, aggressivere Marketingstrategien auch nur zu testen, denn wir lieben es, die ochs und junior Uhren so kompromisslos zu fertigen, verkaufen, kommunizieren und zu warten, wie dies nur mit der jetzigen Firmengrösse möglich ist. Und die hat eine Kapazität von ungefähr 130 bis maximal 300 Uhren pro Jahr.

Unser Ziel ist, genügend Kunden zu haben, um weiterhin auf diese Weise arbeiten zu können. Wachsen wollen wir lieber in Sachen Qualität als in Sachen Quantität.

Unser radikales Ziel des „Genug“ ist der eigentliche Grund, warum die ochs und junior Kommunikationsstrategie anders ist.

Für jene, die ochs und junior entdecken, bringt dies das schöne Gefühl mit sich, etwas gefunden zu haben  –  statt des Gefühls, das Uhrenliebhaber sonst in der Branche vielleicht bekommen, nämlich dass etwas sie gefunden hat.

Die Ecke rechts oben auf unserer Webseite

Die drei Links in der oberen rechten Ecke unseres Webauftritts („Uhren“, „Gedanken“ und „Kontakt“) repräsentieren das Wesen von ochs und junior.

Der Link „Uhren“ beinhaltet klare, faktische Beschreibungen der Kreationen von Ludwig Oechslin.

Unter „Kontakt“ findet man die Informationen, um direkt mit Firmenmitbegründer Beat Weinmann, der persönlich für die Produktion, den Verkauf und den Service zuständig ist, in Kontakt zu treten.

Und der Link „Gedanken“ erlaubt einen Blick hinter die Kulissen: mit einer breiten Palette von Überlegungen, Gedanken und Fotos. Die Themen reichen von massgeschneiderten Uhren über die ochs und junior Service-Philosophie bis zu Erklärungen von Ludwig Oechslins Designansatz oder warum wir bei unserer Webseite so viel Wert auf Sicherheit legen. Kurz gesagt, unter „Gedanken“ können unsere Leser erfahren, wie die Leute hinter ochs und junior denken. Und die dort archivierten Beiträge gehen bis acht Jahre zurück, bis zu 2008.

Das Update

Und nun zum Update der Seite „Gedanken“.

Leser können nun alle Beiträge auf einer einzigen Seite finden und die Beiträge selbst haben ein neues Layout. Uns war es wichtig, dass das Seitenlayout grosse Fotos einschliesst (seit 2012 hat jedes Bild auf unserer Webseite eine Auflösung in Retina-Qualität oder höher). Und wir wollten nicht länger die Lightbox-Funktion verwenden. Diese hat zwar einige Vorteile, bringt unserer Meinung nach aber auch ein paar entscheidende Nachteile mit sich (breaking pinch/zoom, längere Ladezeiten, und einen zusätzlichen „Seitenmodus“). Einfacher ist besser, haben wir entschieden.

In Anbetracht der ungewöhnlichen Kommunikationsstrategie der Firma ist es vielleicht nicht überraschend, dass meine Arbeit, bevor ich diesen Bereich bei ochs und junior übernahm, nichts mit Marketing zu tun hatte: Ich war bei Google in Kalifornien als Experte für Benutzerfreundlichkeit angestellt – und freue mich deshalb auch über Ihr Feedback zu den Änderungen auf dieser Seite. Sie erreichen mich auf: [email protected].

Viel Spass!